2. März 2022 · KW 9/2022 · zuerst erschienen: Wadgasser Rundschau 9/2022
Greibers Woche – KW 9/2022

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

seit 2020 haben wir andauernd wechselnde Vorsichtmaßnahmen wegen der ‚Corona‘-Pandemie. Gewohnte Lebensabläufe sind komplizierter geworden und sind kaum mehr möglich. Wir erleben derzeit das zweite Jahr, in dem wir keine Faasend feiern konnten. Und gerade zu dem Zeitpunkt, als man sich wieder daran erinnert, da war doch dieses schöne Fest zum Lachen, Tanzen, Singen, Spaß haben, da fällt es schon wieder aus. Diesmal jedoch nicht nur aus Pandemie-Gründen.

Es ist wieder Krieg in Europa. Eine Tatsache, die wohl kaum jemand noch vor kurzem für möglich gehalten hätte, ist über Nacht traurige Wirklichkeit geworden: Ein Angriffskrieg auf die Ukraine wurde in Gang gesetzt. Nur wenige hundert Kilometer von unserer östlichen Landesgrenze entfernt kämpfen Soldaten, sterben Menschen. Dabei kann man nun wahrlich nicht ruhig bleiben, geschweige denn das Geschehen aus einer vermeintlichen sicheren Entfernung lediglich beobachten und so tun, als sei dies immer noch weit genug weg. Nein, das darf niemand einfach so als Nachrichtenmeldung quittieren und danach in den Alltag zurück wechseln. Der Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine und über die Krisenregionen Donbaz und Luhanzk hinaus ist ein Unrecht, eine Verletzung internationaler Bestimmungen, wie souveräne Staaten normalerweise miteinander agieren. Die Annexion der Halbinsel Krim hatte die Weltöffentlichkeit bereits vor nicht allzu langer Zeit für eine kurze Zeit den Atem anhalten lassen. Jetzt sind die sonst üblichen Kommunikationsstrukturen zwischen zivilisierten Staaten in einen kriegerischen Überfall Russlands auf die Ukraine mutiert.

Wenn jetzt ein Angriffskrieg von Russland in Richtung Ukraine geführt wird, so hinterlässt das einen wütend aber vor allem fassungslos. Nach dem Zusammenbrechen der WarschauerPakt-Staaten haben wir bereits während der 90iger Jahre miterleben müssen, wie ein Krieg mitten in Europa zu unzähligen unnötigen Opfern und zu zahlreichen Zerstörungen geführt hat. Wir können neben dem ‚Ruhe bewahren‘ versuchen, trotzdem mit allen Mitteln an der Seite der Ukraine zu stehen. Flüchtende ukrainische Bürger und Familien erhoffen sich Unterstützung auch durch unsere Hilfsbereitschaft und die Maßnahmen, die Deutschland bereits zusammengestellt hat. Definitiv können wir aber auch das Vorgehen Präsident Putins verurteilen und ächten. Wir können - unser Wertesystem im Blick - unsere Einschätzungen weiter schärfen und jeglichen menschenverachtenden Tendenzen wachsam und entschlossen gegenübertreten: Unrecht, die Verletzung der Menschenrechte, des Selbstbestimmungsrechtes muss als Verbrechen erkannt und ohne ‘Wenn und Aber’ verurteilt werden. Wenn wir uns diesen Krieg vergegenwärtigen, versteht es sich von selbst, dass angesichts solcher kriegerischen Auseinandersetzungen inmitten Ostmitteleuropas unsere Solidarität und Hilfsbereitschaft oberste Bedeutung gewonnen hat.

Da bleibt dann auch wenig Raum, die sonst an diesen FaasendTagen üblichen Aktionen voller Humor und Spaß durchzuführen. Das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Ich habe mich daher entschlossen, die seitens der Gemeinde Wadgassen für 2022 ursprünglich geplanten und jetzt abgedrehten Faasend-Sketche bekannter Faasend-Protagonisten vorerst nicht zu veröffentlichen. Sie sollten ursprünglich über unsere Online-Kanäle ein wenig Heiterkeit verbreiten.

Wir verschieben das auf einen späteren, hoffentlich geeigneteren Zeitpunkt. Deshalb hier lediglich kleine Bildeindrücke vom ‚Making Of‘ unserer Drehs, bei denen wir Faasend-Größen wie ‚de Hausmääschda‘, ‚es Jolanda Jochnarrel‘ oder es ‚Hilde‘ alias Alice Hoffmann hergeholt hatten, um vor Wadgasser Kulissen, ihre unterhaltsamen Kurzsessions vorzuführen. Die sehr gelungenen Filme sind ja nicht verloren, sondern nur aufgeschoben, wenn es wieder mehr Grund zum Lachen gibt. Guido Hübschen und ‘de Hausmääschda’ im Wildpark ‘Es Hilde’ wird verkabelt Jolanda Jochnarrel auf dem Stuhl des Bürgermeisters Zum Schluß - bei allen Sorgen, Fragen und Unmöglichkeiten - noch etwas ganz anderes. Wenn während der Pandemiezeit etwas weitergebacht werden konnte, dann das Interesse und die Weiterentwicklung der digitalen Möglichkeiten in unserer Gemeinde. Nicht nur die demnächst anlaufende Verlegung flächendeckender Glasfaser ist ein großer Erfolg für unsere Gemeinde. In der Digitalisierung mit der laufenden Initiative ‚Smartgassen‘ haben wir bereits viel erreicht und sind weiter dran, noch viel mehr zu erreichen. Zu diesen bedeutenden Entwicklungsschritten kommt gerade die Verlegung und Einführung von flächendeckendem W-Lan in unseren Grundschulen. Es wurde in den letzten Tagen die im Rahmen des ‚Digitalpaktes‘ ermöglichten Digitaliserungsmaßnahmen in der Abteischule Wadgassen erfolgreich abgeschlossen: Am neu verlegten Netzwerkkabel hängen jetzt 14 Accesspoints, die sich über den gesamten Schulkomplex verteilen. Auch Dachgeschoss und Aula sind damit jetzt mit W-Lan ausgestattet und somit im modernen Internet-Zeitalter angekommen. Ich bin begeistert, dass wir jetzt in unserer Abteischule diesen bedeutenden Schritt in Richtung digitales Lernen, digitale Kompetenz im Bereich des Lernens und Verstehens für unsere kleinsten Bürger gehen können. Der nächste Schritt ist nun der W-Lan-Ausbau in der Grundschule Differten, der bereits in den nächsten Tagen beginnt. Mit diesem Ausblick und zuversichtlichen Grüßen

Herzliche Grüße
Sebastian Greiber
Bürgermeister