Greibers Woche – KW 16/2021

Historische Abbildung aus Greibers Woche, Ausgabe 16/2021, Bild 1

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

während wir uns in den vergangenen Monaten nahezu ausschließlich mit der Bekämpfung der Pandemie beschäftigt haben, hat sich die Welt um uns herum und in unserer Gemeinde massiv und in einem atemberaubenden Tempo geändert. Haben wir vor gut einem Jahr noch darüber philosophiert, wie wir mit den Auswirkungen der Globalisierung in der Zukunft umgehen wollen, ist die Globalisierung schon längst vor unserer Haustüre angekommen.

Globalisierung vor unserer Haustür Vor den Toren Friedrichweilers will der chinesische Konzern „Great Wall Motors“ mit seiner Tochter SVolt seinen europäischen Hauptsitz und Batteriefabrik für die Elektro-Mobilität aufschlagen. Auf der anderen Seite vor den Türen Hostenbachs, an der östlichen Grenze unserer Gemeinde, hat der amerikanische Internetriese Amazon sein Logistik-Zentrum hochgezogen und die konzerneigenen Amazon-Lieferwagen gehören mittlerweile zu unserem täglichen Ortsbild. Auch das ehemalige Wadgasser Unternehmen Koch ist als „Koch Solutions“ mittlerweile zu einem chinesischen Unternehmen geworden. Das Sillicon Valley und „Made in China“ sind also schon längst ein Teil von uns.

Pandemie ist Brandbeschleuniger für Digitalisierung Allein diese Tatsache wäre schon Herausforderung genug für uns. Aber die Energiewende und die Pandemie bringen viele weitere Veränderungen. Denn aus der ‚schleichenden Digitalisierung‘ mit der wir uns bisher eher schwergetan haben, ist in der Pandemie und den letzten Monaten eine ‚Turbo-Digitalisierung‘ geworden. Es ist kaum ausdenkbar, die Pandemie hätte uns vor fünf bis sechs Jahren erwischt. Bei meinem Amtsantritt 2014 gab es in der Gemeinde Wadgassen noch nicht einmal flächendeckendes DSL - geschweige denn mit hohen Bandbreiten. Mobiles Arbeiten und Home-Office wäre unmöglich gewesen. Man könnte also sagen, die „Grundvoraussetzungen“ für eine digitale Gesellschaft haben wir gerade noch so rechtzeitig aufgebaut - es wäre sonst in einer Katastrophe für viele in unserer Gemeinde geworden. Die Auswirkungen der Pandemie sind auch so schon eine Katastrophe, aber ohne HomeSchooling und Home-Office würden viele Wadgasser Kinder und Eltern diese Pandemie nicht überstehen. So weit ist es jedoch zum Glück nicht gekommen, ganz im Gegenteil: Die Pandemie hat zu einem Turbo und Brandbeschleuniger in der Digitalisierung geführt und was vor sieben Jahren für uns noch ein großer Standortnachteil war, entwickelt sich nun zu einem unglaublichen Vorteil und eine große Zukunftschance für unsere Gemeinde.

Historische Abbildung aus Greibers Woche, Ausgabe 16/2021, Bild 2

Trendwandel von der Stadt zum Land Denn in vielen Regionen der Welt, und auch in Deutschland, haben die veränderten Umstände zu einer massiven Trendwende geführt. Viele junge Familien ziehen aus der Stadt wieder aufs Land. Waren wir bisher eine reine Wohngemeinde, ändert sich unsere Rolle: Denn viele Arbeitsplätze kommen nun zu uns.

Deswegen haben wir mit dem Leitbild „Smartgassen - Lust auf Zukunft“ eine Vision formuliert, wie wir unsere Gemeinde gut in die Zukunft bringen möchten. Mehr Informationen dazu finden Sie in dieser und den kommenden Ausgaben sowie unter www.smartgassen.de. Das Konzept hat der Gemeinderat am vergangenen Dienstag einstimmig beschlossen. Dazu zählt auch eine Bewerbung als bundesweite Modellkommune bei dem Förderprojekt „Smart City“.

Flächendeckender Glasfaserausbau im gesamten Gemeindegebiet Zum Thema Digitalisierung passt es hervorragend, dass die Unternehmensgruppe ‚Deutsche Glasfaser‘ nun in der gesamten Gemeinde Wadgassen ein Glasfasernetz ausbauen möchte. Die ‚Deutsche Glasfaser‘ möchte zeitnah die Bürgerinnen und Bürger durch Informationsabende, Servicepunkte und Werbung umfassend über die Ausbaumöglichkeiten informieren, um eine Minderzahl von Verträgen für einen wirtschaftlichen Ausbau zu erzielen. Die Hausanschlüsse werden dann im routinierten Schnellverfahren mit minimalen Beeinträchtigungen verlegt, bis 100 % des Anschlussgebietes ausgebaut sind. Dann wäre eine Bandbreite bis 1.000 mbit/s kein Problem mehr.

Wenn wir jetzt beherzt diese historische Chance nutzen, uns schnell und konsequent der digitalen Transformation, den geänderten Lebens- und Arbeitsrealitäten anpassen und beste Voraussetzungen für junge Familien bieten, können wir aus der großen Herausforderung ‚Digitalisierung‘ und der Trendwende von ‚Stadt zum Land‘ einen großen Gewinn und Standortvorteil für unsere Gemeinde herausholen und ein nächstes erfolgreiches Kapitel in der Geschichte unserer Gemeinde aufschlagen. Denn Zukunft ist Veränderung - Ich habe Lust auf Zukunft.

Herzliche Grüße

Sebastian Greiber

Bürgermeister