Greibers Woche – KW 15/2021

Screenshot von www.smartgassen.de

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Corona –Pandemie hat das Leben und Arbeiten in unserer Gemeinde stark beeinflusst und ich bin überzeugt, dass sich viele Umstände nachhaltig verändern werden. So ist das mobile Arbeiten zu Hause für viele von Ihnen zum Alltag geworden. Unternehmen und Arbeitgeber ergreifen bereits erste Maßnahmen und kündigen ihre teuren Büroetagen in den Städten; denn oftmals funktioniert die Arbeit im Home Office erstaunlich gut. Das mobile Arbeiten hat für viele den „Schrecken verloren“. Auch wenn die aktuelle Situation für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer natürlich nicht ideal ist und vielerorts noch sehr improvisiert, so lässt sich doch eine globale Trendwende ablesen. Der Druck für viele, vor allem junge Familien, in der Stadt zu leben und zu arbeiten verschwindet allmählich, denn mobiles Arbeiten ermöglicht flexible Arbeitsorte auch auf dem Land. Das heißt für unsere Gemeinde, dass wir unser Selbstbild als reine Wohngemeinde überdenken müssen, da es nicht mehr zwingend notwendig ist aus dem Gemeindegebiet herauszufahren, um zu arbeiten. Diese Trendwende wollen wir aktiv aufgreifen und mitgestalten und haben uns dazu einige tolle Konzepte überlegt. Auch die Digitalisierung als solche, liegt mir persönlich sehr am Herzen. So möchte ich Wadgassen zu einer der digitalsten Kommunen im Saarland entwickeln und neben einer smarten Verwaltung und smarten Verwaltungsgebäuden auch eine smarte Bürgerbeteiligung in allen Prozessen etablieren: Damit Behördengänge in Zukunft so einfach werden, wie das Shoppen bei Amazon. Unter dem Leitbild „Smartgassen – Lust auf Zukunft“ haben wir unsere Vision gebündelt und erklärt. Informationen dazu sowie ein kurzes Infovideo finden Sie und auf www.smartgassen.de. Mich haben hierzu schon einige tolle Ideen und Vorschläge erreicht, die alle in unsere gemeinsame Vision einfließen sollen. Der Gemeinderat wird diese Woche über die Ideen und unsere Bewerbung als Modellkommune entscheiden.

Spende für Kneipen Einen ersten wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung und den Zeiten “nach Corona” sind wir bereits mit der Entwicklung der „Wadgasser-Freizeit-App“ gegangen. Die App ist über www.wadgassen.app erreichbar und bietet viele tolle Informationen zur Freizeitgestaltung in Wadgassen. Auch die örtliche Gastronomie haben wir dort abgebildet, damit Ortsfremde beispielsweise bei ihren Wanderungen oder dem Besuch des Wildparks in Zukunft bequem über die App eine nahgelegene Gastronomie finden können. Alle Gastronomen in Wadgassen wurden hierzu von uns eingebunden.

Historische Abbildung aus Greibers Woche, Ausgabe 15/2021, Bild 2

Mit dieser Aktion wollen wir natürlich auch der geschwächten Gastronomiebranche unter die Arme greifen. Denn es ist abermals besonders deutlich, dass es unseren örtlichen Lokalen schlecht geht.

Nach der Aktion “Restaurant-Retter” hatten wir mit der Aktion „Kneipenretter“ deswegen zu Spenden für unsere Wadgasser Kneipen aufgerufen oder die “Wadgasser Kneipen-Rettungkischt“ verkauft. Letzte Woche konnte ich nun an alle Kneipen, die keine Möglichkeit der Essenauslieferung oder sonstiger Mittelakquirierung haben, einen Rettungsscheck überbringen. Durch die zahlreichen Spenden auf unseren Kneipenrettungsfond konnten wir so jeder Wirtin und jedem Wirt für ihre Kneipe 1.200,- Euro geben. Die Kneipeninhaber reagierten sehr gerührt und dankten allen Spendern ausdrücklich. Auch ich möchte mich noch einmal für das tolle soziale Engagement und die Hilfsbereitschaft in unserer Gemeinde bei allen Beteiligten ganz herzlich bedanken.

Sieben Kneipen haben letzte Woche eine Spende erhalten Neue Ausstellung „Stille Orte“

Historische Abbildung aus Greibers Woche, Ausgabe 15/2021, Bild 3

Doch die Corona-Pandemie setzt auch anderen Branchen stark zu und so bleiben bis heute viele liebgewonnene Einrichtungen geschlossen und unzugänglich. Die Herzen von Städten und Gemeinden, ihre kulturellen Orte, pulsieren nun schon seit vielen Monaten nicht mehr. Möglicherweise sind es inzwischen weniger geworden, gewiss sind sie stiller geworden. Orte werden zu NichtOrten und vorerst scheint eine Rückkehr lebendiger Menschenmengen hierhin unwahrscheinlich. Deswegen ist es uns in der Gemeinde Wadgassen gerade jetzt ein besonderes Anliegen, diese Orte weiterhin als integrales Herzstück in ihrem Gemeindeleben zu verankern. Wir möchten, dass diese Räume und die Menschen dahinter nicht in Vergessenheit geraten. Dazu entstand die Idee der Wadgasser Kulturmauer.

Ob Museum, Kino, Restaurant, Kneipe oder Konzertstätte - uns allen bleibt ein Besuch in vertrauter Form bislang verwehrt. Die Erinnerungen an diese Orte werden etwas blasser. Damit sie nicht gänzlich in Vergessenheit geraten, möchten wir sie portraitieren. Den Ort zum Gast bringen. Historische Mauer am Outlet Center wird zur „Kulturmauer“ Deswegen haben wir einen Aufruf gestartet und suchen Fotografien von Kulturstätten, die während der letzten Monate schließen mussten und welche das Motto „Stille Orte“ besonders gut repräsentieren. Diese wollen wir dann an der Wadgasser Kulturmauer, einer historischen Mauer aus dem ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände des heutigen Outlet Centers (ehemalige Cristallerie), ausstellen. Weitere Informationen zu der Ausstellung und dem Aufruf finden Sie im Innenteil dieser Ausgabe und unter www.wadgassen.de/stilleorte. Wadgasser Frühjahrsputz läuft weiter Lassen Sie mich noch einen Hinweis zum Schluss geben: Die Aktion „Wadgasser Frühjahrsputz“, die in diesem Jahr coronabedingt die Picobello-Aktion ersetzt, läuft noch den ganzen April. Hierbei geht es darum das Gemeindegebiet von der zunehmenden Müllverschmutzung zu befreien. Sie können sich also weiterhin über unsere App, www.wadgassen.app, für eine Sammelstelle melden und mit einem weiteren Haushalt coronakonform an der Müllsammelaktion mitwirken. In den kommenden Wochen soll das Wetter hierfür ja auch wieder besser werden.

Herzliche Grüße

Sebastian Greiber

Bürgermeister