3. Februar 2021 · KW 5/2021 · zuerst erschienen: Wadgasser Rundschau 5/2021
Greibers Woche – KW 5/2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
in gleich zwei Bereichen unserer Gemeinde kam es letzte Woche zu einem Infektionsgeschehen, mit dem niemand so plötzlich gerechnet hätte. Begonnen hatte es mit der Krippe Pfiffikus und setzte sich dann mit hoher Dynamik im Bauhof und unserem technischen Rathaus fort. Aufgrund der diffusen Infektionslage hatte ich daher am Freitagnachmittag entschieden unsere kommunalen KITAs bis vorerst Mittwoch zu schließen. Damit will ich unsere Kinder, die Eltern und unsere Mitarbeiter vor möglichen unbekannten Infektionsketten schützen. In der Folge haben wir alle Mitarbeiter der KITAs Schnelltest machen lassen und können diese Woche wohl die KITA Sonnenschein, KITA Regenbogen und KITA Waldwichtel wieder wie geplant öffnen. Die KITA Abenteuerinsel wird voraussichtlich erst kommenden Montag wieder öffnen können. Hier stehen noch Testergebnisse aus und die Umzugsarbeiten in das neue Gebäude verzögern sich natürlich aufgrund der starken Einschränkungen.
Seit Anfang dieser Woche wissen wir bereits etwas mehr über die Zahlen und weiteren Details. Neben dem zusätzlichen Anstieg des Infektionsgeschehens im gemeindlichen Bauhof und den KITAs haben wir in dieser Woche mit insgesamt 43 infizierten Personen und 98 Personen in Quarantäne einen traurigen Höhepunkt für diese Pandemie erreicht. Insofern waren die sofort eingeleiteten Maßnahmen der schnellen Schließung bestimmter Bereiche der Gemeindeadministration und der KITAs die richtige Entscheidung. Ich wünsche an dieser Stelle allen Erkrankten und Betroffenen in der Quarantäne einen leichten Verlauf und eine baldige und gute Besserung.
Die damit verbundenen Ausfälle beim Bauhof der Gemeinde wurden dank der unbürokratischen Hilfsangebote der Nachbargemeinden Bous (Bürgermeister Stefan Louis) und Überherrn (Bürgermeisterin Anne Yliniva-Hoffmann), besonders bei den Winterdiensten und Entsorgung zu unterstützen, deutlich gemildert. Auch hierfür mein allerherzlichstes Dankeschön in unsere unmittelbare Nachbarschaft.

Bei all den schwierigen Themen und Situationen ist die gemeinschaftliche Solidarität und Hilfsbereitschaft daher ein aufmunterndes Signal. Das betrifft aber nicht nur unsere interkommunale Zusammenarbeit. Denn ein wesentliches Kennzeichen der Pandemie ist, dass zu viele Unternehmen und Dienstleister wegen des Lockdowns derzeit wenig Möglichkeiten haben, ihre Firmengeschäfte zu tätigen. Viele Händler und Dienstleister haben bereits seit Monaten unter den Schließungen und Umsatzverlusten zu leiden. Zu den am meisten betroffenen Unternehmen zählen sicher auch die örtlichen Kneipen. Nicht nur, dass sie ihre Funktion als örtliche Treffpunkte der Menschen nicht mehr wahrnehmen können, sondern auch ihr komplettes Geschäftsmodell liegt brach. Dies war einer der Gründe mit der Aktion ‚Wadgasser Rettungskischt‘ zu versuchen, wenigstens einen kleinen Beitrag zu leisten, etwas Geld für die Kneipen einzusammeln und auf deren Situation hinzuweisen. Die seit November laufende Aktion, die in Zusammenarbeit mit den EDEKA Kunzler-Märkten in Differten und Schaffhausen durchgeführt wurde, ist jetzt Ende Januar ausgelaufen. Sie brachte tolle Ergebnisse voll Solidarität und Gemeinschaftssinn, wie der ausführliche Beitrag in dieser Ausgabe der Wadgasser Rundschau belegt. Einige andere Aktionen haben sich daraus entwickelt, die alle in den „KneipenRettungsfonds“ eingezahlt haben. Ich darf an dieser Stelle allen Kneipenrettern und Spendern meinen herzlichsten Dank aussprechen. Sie haben alle gezeigt, dass auch während der Pandemie-Bedrohung die Solidarität und Gemeinschaft in unserer Gemeinde nicht unterzukriegen ist.
Ebenfalls einen Strich durch die Rechnung hat uns der plötzliche Anstieg der Infektionen bei der Planung gemacht, unserer neu gebaute KITA Abenteuerinsel bereits diese Woche zu eröffnen. Ich brauche hier nicht zu betonen, dass wir dies in die Folgewoche verschieben mussten und wir hoffen, dass der Infektionsschub sich bald wieder beruhigen wird. Immerhin sind wir mit Möblierung und Einrichtung der neuen Abenteuerinsel so weit fortgeschritten, dass der baldigen KITA-Eröffnung außer den ‚Corona‘-Beschränkungen nichts mehr im Wege steht.
Wir haben also in den vergangenen Tagen schmerzlich gelernt, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist. Trotz sorgfältiger Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen, die in dem vergangenen Jahr hervorragend funktioniert haben, gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Bisher sind wir gut und ohne große Ausbrüche in der Gemeinde Wadgassen durch die Pandemie gekommen. Ein Zufall, eine Nachlässigkeit oder ein kleiner Fehler kann trotzdem sehr schnell zu einem massiven Ausbruchsgeschehen führen.
Es ist also an uns allen - trotz der nachvollziehbaren CoronaMüdigkeit - weiter die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, damit wir „den Rest“ der Pandemie auch weiterhin gut überstehen. Auch wenn die Impfstoffbestellungen und viele andere Dinge sicher sehr kritisch zu diskutieren sind, haben wir es vor Ort in der Hand uns und unsere Familien, Freunden und Nachbarn mit unserem Verhalten zu schützen. Danke fürs Mitmachen und bleiben Sie gesund!
Herzliche Grüße
Sebastian Greiber
Bürgermeister