27. Januar 2021 · KW 4/2021 · zuerst erschienen: Wadgasser Rundschau 4/2021
Greibers Woche – KW 4/2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es ist 2021 jetzt 25 Jahre her, dass der Befreiung der Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau offiziell und international gedacht wird. Mit dem seit 1996 ins Leben gerufenen „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ wird an all die Menschen erinnert, die während der Nazizeit „verfolgt, entrechtet und ermordet“ wurden. Am GedenkOrt Spurker Friedhof haben wir für Wadgassen einen Ort ins Leben gerufen, an dem ein solches Gedenken sichtbar werden soll. Das dort errichtete Mahnmal gegen das Unrecht, aber auch der unmittelbar daneben befindliche zugehörige Gedenkraum sind so angelegt, dass geschehenes Unrecht, das Menschenverachtung, Vernichtung und Tod besonders während der Naziherrschaft über Menschen aus dem Wadgasser Raum gebracht hat, sichtbar gemacht werden soll.
Den 27.01.2021 nehmen wir daher zum Anlass, durch Nennung der Namen der jüdischen Bürger des Wadgasser Raumes, die entrechtet, deportiert, misshandelt und ermordet wurden, in Form einer Gedenktafel zu erinnern. Die Tafel - wie bereits abgedruckt auf der Titelseite dieser Ausgabe der Wadgasser Rundschau - befindet sich im Gedenkraum. Sie ist versehen mit einem QR-Code, der auf unsere GedenkOrt-Internetseite gedenkort.wadgassen.de verweist, auf der sich detailliertere Informationen zu den genannten Personen und den Orten der Deportation befinden. Die dadurch auch mit digitalen Mitteln mögliche kontinuierliche Verbesserung und Aktualisierung unseres Gedenk- und Informationsangebotes orientiert sich an den Thesen zum Gedenktag des 27. Januar: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

Dies sind Ziele auch unserer Gedenkarbeit, die sich während der nächsten Jahre Recherchen und Aufarbeitungen zu den Themen ‘Zwangsarbeit im Wadgasser Raum‘ und auch der Frage nach den ‚Euthanasie-Opfern‘ widmen wird.

Ebenfalls am GedenkOrt Spurker Friedhof haben wir während des vergangenen ‚Corona‘-Jahres im Rahmen des neuen Friedhofkonzeptes für Wadgassen die Einrichtung eines Sternenkinder-Bestattungsfeldes vorangetrieben. Mit der am vergangenen Freitag im saarländischen Landtag beschlossenen Änderung des saarländischen Bestattungsgesetzes gibt es nun die Möglichkeit, dass von Fehl- oder Todgeburten betroffene Eltern im Saarland in Zukunft ihre sogenannten Sternenkinder jetzt bestatten dürfen. Bei dem sternförmig angelegten Bestattungsfeld befindet sich eine überlebensgroße hölzerne Engelsskulptur des Bistener Künstlers Pascal Wirth.
Mit besten Grüßen und bleiben Sie auch weiterhin gesund Wie bereits durch Meldungen der lokalen Presse der letzten Tage angekündigt freue ich mich, dass der Neubau der KITA Abenteuerinsel in Hostenbach kurz davorsteht, von Kindern und Personal bezogen zu werden. Nach 16-monatiger Bauzeit wurde unser Neubau jetzt fertiggestellt. Neubau KITA Abenteuerinsel Wir freuen uns, dass das KITA-Leben in den Wohncontainern nun ein Ende haben wird und die neuen Räumlichkeiten in dieser Woche bezogen werden können. Nach dem Bezug werden wir ausführlich in Wort und Bild berichten und haben uns auch etwas überlegt, wie wir die sonst übliche Eröffnung und Besichtigung des neuen Gebäudes für die Öffentlichkeit in dieser besonderen Zeit auf eine andere Art ermöglichen können. Denn die laufende Bedrohung durch die ‚Corona‘-Pandemie hat nach dem ersten Impfen mit dem Auftreten der neuen Mutationen wieder Angst und Ungewissheit geschürt. Wir versuchen uns mit unserem Fahrdienst für nicht mobile Impfpatienten, aber auch den momentan erfolgenden Planungen für Sommer und Herbst trotzdem nicht entmutigen zu lassen. Ein wenig Hoffnung zum Schluss: Über die schöne landkreisübergreifende Initiative für regionale Anbieter und Produkte ‚Ebbes von hei‘ ist während der letzten Monate viel zu hören und zu lesen gewesen. Unseren noch jungen Wadgasser Frühlingsmarkt, der bisher bereits zweimal erfolgreich stattgefunden hat und 2020 leider der Pandemie zum Opfer fiel, konnten wir für den 16. Mai 2021 als Auftaktveranstaltung der ‚Ebbes von hei‘Märkte-Reihe für 2021 ins Spiel bringen. Schon jetzt kann man sich auf der Website der Gemeinde im neuesten Katalog der ‚Ebbes von hei‘ über die aktuellen regionalen Initiativen unserer Region informieren. Sollte die Pandemie es zulassen, könnte mit diesem Markt unter freiem Himmel vor unserem schönen Abteihof eine Veranstaltung wieder möglich sein. Drücken wir die Daumen, dass das wieder möglich sein kann.

Herzliche Grüße
Sebastian Greiber
Bürgermeister