6. Januar 2021 · KW 1/2021 · zuerst erschienen: Wadgasser Rundschau 1/2021
Greibers Woche – KW 1/2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zum Jahresanfang übermittele ich allen meine besten Wünsche, Glück und vor allem Gesundheit. Ein nicht einfaches Pandemie-Jahr 2020 haben wir hinter uns gelassen, das Krankheit, lebensbedrohliche Situationen, viele Beschränkungen in Alltag und Beruf, viel Frust und auch wirtschaftliche Not mit sich gebracht hat. Davon sind wir alle mehr oder weniger betroffen. Wir sollten daher auf 2021 mit Hoffnung blicken. Der Beginn der Impfungen hat uns darin bestärkt, dass die Pandemie bekämpft werden kann und dass es Möglichkeiten gibt, sie zu besiegen. Dass dies nicht in ein, zwei Wochen zu bewerkstelligen sein wird, sollte allen klar sein. Wir sollten daher auch weiterhin zusammenstehen und vor allem mit unserem Verhalten im Umgang mit ‚Corona‘ dazu beitragen, die Fallzahlen nicht weiter ansteigen zu lassen. 2020 wird höchstwahrscheinlich als das von der ‚Corona‘-Pandemie geprägte Jahr in die Geschichte eingehen. Es sind während des gesamten Jahres 2020 viele Vorhaben, Projekte und geplante Veranstaltungen der Gemeinde der Pandemie zum Opfer gefallen und mussten abgesagt oder verschoben werden. Es war notwendig, dass wir uns seitens der Gemeinde immer neu an den Bedingungen orientieren mussten, die uns die Pandemie vorgab. Ins Jahr gestartet sind wir noch voller Tatendrang, als wir unsere Faasend mit Umzug, Rathaussturm und Faasendzelt gerade noch so vor dem ‚Corona‘-Ausbruch in Deutschland umsetzen konnten. Nur wenige Wochen später waren wir dann ab März bereits im ersten Lockdown. Die Veranstaltungs-Vorhaben wie die Ehrungen unserer Besten im Ehrenamt bei ‚Sterne des Bisttals‘, der Frühlingsmarkt vor Ostern oder der Start in die Bädersaison beim Wadgasser AbteiRace im Mai fielen gleich der Pandemie zum Opfer. Unsere auch überregional viel beachteten Sommer OpenAirs Rock und Klassik waren aufgrund der ‚Corona‘-Bestimmungen nicht durchführbar. Auch nach einer saisonalen Verbesserung der Pandemielage während des Sommers und im Herbst konnten wir unser Wildparkfest oder das Oktoberfest in Werbeln nicht durchführen. Bis Ende September glaubten wir noch, dass der Weihnachtsmarkt möglich sein könnte. Auch hier machte uns wie beim geplanten Weihnachtskonzert die Pandemie einen Strich durch die Rechnung was alle, Macher wie Gäste sehr bedauert haben. Doch nicht alles war 2020 durch Verbot und Ausfall gekennzeichnet. Wir konnten einiges auf die Beine stellen und durch kreative Ideen weiterbringen.

Unser Krisenstab, besetzt aus Schlüsselpositionen der Verwaltung zur Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit der Gemeinde im Krisenfall wurde gleich zu Beginn des ersten Lockdown Mitte März ins Leben gerufen. Das war Vorbild für zahlreiche andere Gemeinden im Saarland. Für Pandemie-Betroffene und andere Bedürftige innerhalb unserer Gemeinde haben wir bereits zu Beginn des ersten Lockdowns neben einer eigenen ‚Corona‘-Hotline einen Lebensmittel-Lieferdienst aufgesetzt, bei dem bis heute jeder Bürger Lebensmittel für den täglichen Bedarf telefonisch bestellen kann. Ausgeliefert von Ehrenamtlern des DRK Differten können die Menschen nach der Lieferung per Rechnung bequem und kontaktlos bezahlen. Doch nicht nur mit diesen Maßnahmen haben wir versucht, der Pandemie entschlossen gegenüberzutreten. Anders als die Freibäder der Umgebung haben wir unser Parkbad mit unseren Hygieneplänen besucherfit gemacht. So konnten zwar weniger Badegäste kommen, aber diejenigen, die vorbeischauten, hatten ein Stück Normalität und Freizeitspaß im Pandemie-Sommer 2020. Dasselbe galt auch für die ‚Unplugged‘-Konzerte, unsere LivemusikReihe im Parkbad. Auch hier haben wir es mit dem passenden Hygienekonzept geschafft, sogar OpenAirAtmosphäre im überschaubaren Rahmen anzubieten. Auch die Kirmesfeiern unserer sechs Ortsteile fielen 2020 ins Wasser. Das war nicht nur für die Feierlustigen ein Desaster. Den auf Gemeindegebiet ansässigen Schaustellerbetrieben habe ich auf den Marktplätzen in Wadgassen und Werbeln angeboten, Buden aufzubauen, um wenigstens ein wenig Kirmesflair unter die Leute zu bringen und ihre Existenznot ein wenig zu lindern.
So gab es während der Sommermonate leckere Crêpes und Baguette von Familie Spangenberger in Wadgassen. Kirmeseis bot Familie Dörks, und Familie Massel in Werbeln an, eine Initiative, die sich schnell herumsprach und viele Leute ansprach. Die KirmesbudenAktionen haben wir über den Winter weiter verlängert und damit auch ein wenig Weihnachtsbudenzauber ‚Corona‘-konform anbieten können. Als ‚Wadgasser Wirtschaft Förderung‘ haben wir gemeinsam mit der Kunzler GmbH die Wadgasser Rettungskischt - Aktion ab November gestartet. Der freiwillig gezahlte höhere Betrag für eine Kiste Bier geht in einen gemeindlichen Sammelfonds, der an die örtlichen Kneipen - sie zählen mit zu den größten Verlierern der Pandemie - zur Auszahlung kommt.

Was war noch so? Wir haben sehr schnell gelernt, wie man gemeinsam digitalere Kommune macht: Mit WIFI4EU haben wir 15.000 € Zuschüsse in die WLAN-Infrastruktur unserer Hallen und gemeindlichen Gebäude umsetzen können. Auch gebaut haben wir in diesem Jahr: Die nagelneue KITA Hostenbach steht und noch in diesem Monat soll der Umzug beginnen. Die Sanierung an der Grundschule Hostenbach wurde abgeschlossen und eine wunderbare Nachricht in Sachen Sport: Mit der proWin-Arena, einer Freilufthalle, die wir bereits 2021 umsetzen werden, konnten wir dank der großzügigen Unterstützung von proWin international eine für das Saarland bisher einzigartige Sport- und Freizeithalle für Wadgassen sichern. Dass all dies funktionieren konnte, trotz der ständig drohenden Pandemie, verdanken wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, unserer Gesellschaften, der KITAs und der Schulen, die alle hieran einen Anteil haben. Dafür auch an dieser Stelle meinen allerherzlichsten Dank. Ein Urgestein verlässt die Verwaltung Danke sagen konnte ich einem langjährigen und loyalen Mitarbeiter der Verwaltung, den ich nach 48 Dienstjahren vor Weihnachten in den Ruhestand entlassen durfte bzw. musste: Werner Naudorf. Wie kaum ein anderer durchlief er die unterschiedlichsten Arbeitsbereiche in Verwaltung und Gemeinde stets mit besonderem Engagement. Seit dem 1. August 1972 mit über 48-jähriger Dienstzeit für die Gemeinde, absolvierte er ab 1980 die Ausbildung und den Aufstieg zum gehobenen Dienst. mit Werner Naudorf bei seiner Versetzung in den Ruhestand Weihnachten 2020 Er war als stv. Kassenleiter und hauptverantwortlicher Kassenleiter tätig, aber auch langjähriger Leiter von Bauverwaltung und Liegenschaftsabteilung. Seit dem 1.5.1998 war Werner Naudorf bis zu seinem Ausscheiden im Dezember 2020 Leiter des Kämmereiamtes. Ich wünsche ihm einen wohlverdienten Unruhestand und bedanke mich für seine unvoreingenommene und immer loyale Arbeit für die Gemeinde und unsere Bürger. Trotz der Konkurrenzsituation im Wahlkampf 2013, hat Werner Naundorf immer kameradschaftlich und loyal mit mir zusammengearbeitet. Er hat damit sehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es ihm immer um die Sache ging. Auch wenn in einer Demokratie um Entscheidungen gerungen wird - er war nie persönlich verletzend oder nachtragend, dass die Entscheidung anders getroffen wurde. Eine Fähigkeit, die man heute - auch in der Kommunalpolitik - leider immer seltener findet. Dafür danke ich Werner Naudorf sehr herzlich. Die beliebtesten Namen für Neugeborene 2020 Zum Abschluss noch ein paar außergewöhnliche Daten aus der Verwaltung, die jenseits von Statistiken und diversen Auswertungen trendverdächtig sind: Die beliebtesten Vornamen für die Wadgasser NeubürgerInnen. Bei einer leichten Zunahme der Geburten in Wadgassen (2020 waren es 138 Geburten, 2019 waren es 136) sehen die Namenstrends für Mädchen und Jungs folgendermaßen aus: Herzlich willkommen in unserer schönen Gemeinde und auf dieser Welt. Ich werde gerne alles dafür tun, damit ihr mit euren Familien gut in Wadgassen aufwachsen könnt. Schon am 3.1. kam die kleine Hanna als erste neue Wadgasserin in diesem Jahr auf die Welt. Herzlichen Glückwunsch an die Eltern. Nach diesen schönen Aussichten beste Grüße und bleiben Sie auch weiterhin gesund

Herzliche Grüße
Sebastian Greiber
Bürgermeister