22. Juli 2020 · KW 30/2020 · zuerst erschienen: Wadgasser Rundschau 30/2020
Greibers Woche – KW 30/2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ein besonderes und zugleich sehr trauriges Ereignis der vergangenen Woche ist der Tod unserer einzigen Wadgasser Ehrenbürgerin, Frau Emilie Koch, die am 12. Juli 2020 im Alter von 97 Jahren verstorben ist. Auch wenn die Trauerfeier und Beisetzung auf ihren Wunsch nur im engen Familienkreis stattgefunden hat, ist es ein großer Verlust für Wadgassen, ihren Fortgang zu verkraften. Als streitbare Dame hat sie von Beginn an meine Zeit als Bürgermeister von Wadgassen interessiert begleitet und ich habe sie nicht nur zu ihren Geburtstagen gerne öfter besucht, um mit ihr über verschiedenste Themen zu sprechen und ihre Meinungen zu erfahren.

Als langjährige Mitverantwortliche des einstigen weltweit agierenden Unternehmens ‚Koch Transporttechnik‘ hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Karl die Geschicke dieses für Wadgassen so wichtigen Unternehmens lange Jahre mit bestimmt. (vgl. hierzu die ausführliche Würdigung von H. Kastner in dieser Ausgabe der Wadgasser Rundschau). Nach ihrem Übergang in den Ruhestand zeigte sie sich weiterhin am öffentlichen Leben, aber auch dem ehrenamtlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Wadgassen äußerst zugetan. Denn Sie war eine besondere Persönlichkeit, die auf eine mehr als stolze und erfolgreiche Lebensleistung zurückblicken konnte und vieles davon auch an die Gesellschaft zurückgegeben hat.
Und all das, schon zu einer Zeit, als Frauen noch viele Türen verschlossen blieben und wir bis heute immer noch darüber diskutieren müssen. Sie hat sich nicht damit abgefunden und gekämpft und war oft „die erste Frau“, die etwas erreicht hatte. Nicht nur in ihrem Unternehmen, das so eng mit Wadgassen verwurzelt ist. Selbst den Führerschein hatte sie schon mit 17 Jahren erreicht. Ich habe bisher selten eine so zielstrebige, entschlossene aber auch soziale und menschenfreundliche Person kennen gelernt.

Wir verdanken ihr unzählige Hilfen und Unterstützungen für Menschen, Vereine und Projekte, ohne dass diese immer bekannt geworden sind. Beispielsweise die Fraktionenübergreifende Initiative zur Errichtung unseres Mahnmales gegen das Unrecht am Spurker Gedenkort hat sie von Anfang an ideell und auch finanziell unterstützt, da sie von der Idee und der Besonderheit unseres Gedenkortes und der Art der Aufarbeitung des Unrechtes äußerst überzeugt war.
So hat sie sich anlässlich der ersten öffentlichen Vorstellung auf dem Spurker Friedhof im Jahr 2018 trotz ihres hohen Alters nicht nehmen lassen, selbst am Gedenkort zu erscheinen, wofür ich ihr stets herzlich dankbar sein werde.

Erste öffentliche Vorstellung des Mahnmals am Gedenkort Spurker Friedhof mit Wilhelm-Michael Kasakow, Schülern der Bisttalschule Wadgassen - Bous im Beisein von Frau Emilie Koch im Jahre 2018. Ihr aufgewecktes Interesse an so vielen Themen in Wadgassen waren Gegenstand der Gespräche bei meinen Besuchen, bei denen sie nicht müde wurde, stets ihre von großer Lebenserfahrung geprägten Vorstellungen und Ratschläge weiterzugeben.
Wir verlieren mit Emilie Koch nicht nur unsere Ehrenbürgerin, sondern auch eine Institution und Kämpferin mit wachem Unternehmergeist und außergewöhnlicher geistiger Klarheit. Eine Anerkennung hierfür ist unter anderem die EmilieKoch-Medaille, die wir seit letztem Jahr für besonderes ehrenamtliches Engagement verleihen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Nicht zuletzt durch diese von ihr selbst noch gewünschten und bestätigten Namensgebung wird sie uns weiterhin in Erinnerung bleiben. Wir werden ihr als Gemeinde immer ein großes und dankbares Andenken bewahren. Anderes Thema! Keine neue Woche ohne einen Blick auf die aktuellen ‚Corona‘-Zahlen. Die Lockerungen während der letzten Wochen, aber auch ein zunächst spürbarer Rückgang gemeldeter Infektionen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir auch weiterhin achtgeben sollten. Unsere Tendenz für Wadgassen - es sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass die Zahlen seit Beginn der ‚Pandemie‘ durch unsere Mitarbeiter beim Ordnungsamt in Abgleich mit dem Gesundheitsamt ermittelt werden - ist eine unveränderte Zahl der Meldungen aus der vergangenen Woche mit einem Wegfall von zwei in Quarantäne befindlichen Personen. Das bedeutet für diese Woche, dass es seit Beginn der Pandemie insgesamt 48 Infizierte gab, 147 Personen, die in Quarantäne geschickt werden mussten und insgesamt 147, die als geheilt gelten dürfen. Und noch ein Blick in die Zukunft. Digitale Bildung und deren Umsetzung sind nicht nur in aller Munde. Wir im Saarland wollen hier zukünftig eine Vorreiter-Position einnehmen. Dafür habe ich mich in Gesprächen, die Bildungsministerin Streichert-Clivot mit unseren kommunalen Spitzenverbänden führte, vehement eingesetzt. Dabei ging es um die nächsten Schritte für den weiteren Ausbau der digitalen Bildung im Saarland mit den Schwerpunkten - Ausstattung der saarländischen Schülerinnen mit mobilen Endgeräten zum Lernen in der Schule und zum Lernen von zu Hause - Teilhabe am digital gestützten Unterricht für alle Schülerinnen - Harmonisierung der IT-Geräteausstattung, Hardware- und Betriebssysteme sowie angepasste Fortbildung der Lehrkräfte - Aufbau einer Medienausleihe, um die Schulbuchausleihe zu ersetzen - In einer eventuellen pandemiebedingten QuarantäneSituation: Zugang zu digitalen Endgeräten für alle betroffenen Schüler*innen Als Teil einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Umsetzung dieser Ziele bin ich sicher, die wesentlichen Schritte beim Digitalpakt anzugehen. So werden wir in den kommenden Bildnachweis: © Ministerium für Bildung und Kultur Wochen unsere Grundschulen bereits mit W-Lan ausstatten, damit die entsprechenden Voraussetzungen für digitales Lernen geschaffen sind. Zu guter Letzt allen weiterhin schöne und erholsame Urlaubs- und Ferienzeit daheim oder in der Region. An die Kinder nochmals der Hinweis: Denkt an den Fotowettbewerb mit eurem schönsten Ferienbild. Die Sieger erwarten tolle Preise. Ihnen und Euch allen eine gute, gesunde Zeit
Herzliche Grüße
Sebastian Greiber
Bürgermeister