Greibers Woche – KW 25/2020

Historische Abbildung aus Greibers Woche, Ausgabe 25/2020, Bild 1

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

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mit den neuesten Lockerungsmaßnahmen zum Wochenbeginn gewinnen wir weiterhin Schritt für Schritt mehr Normalität in unserem Alltag. Auch an dieser Stelle habe ich dazu mehrfach gesagt, dass wir in Wadgassen stolz darauf sein können, dass wir gut über die Pandemiezeiten gekommen sind. Dazu kann man auch auf unserer Kurve erkennen, dass wir eine Eindämmung des Virus geschafft haben.

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In dieser Woche sind Infizierung und Quarantäne nur vertauscht, damit klar wird, dass es weiterhin keine Neuinfektionen gibt, aber vier Quarantäne-Fälle. Daher blieb die Zahl der Infektionen gleich bei 96. Bei vier Quarantänen besteht auch wenig Grund zur Beunruhigung.

Der Hostenbacher Kirwenbattys im Jahre 2019 Trotz wechselhafter Witterung denken wir derzeit verstärkt an die ersten Kirmesfeiern, die mittlerweile stattgefunden hätten, aber aus ‚Corona‘-Gründen nicht stattfinden können. Da wäre im Mai die Gangolfkirmes in Differten gewesen, am vergangenen Wochenende die Antonius-Kirmes in Werbeln und als nächstes die Herz-Jesu-Kirmes in Hostenbach. So wie ich die Bürgerinnen und Bürger in unseren Gemeindebezirken kenne, lassen wir uns nicht durch diese Ausfälle frustrieren. Denn endlich können unter Auflagen auch wieder private Feiern mit Freunden und Bekannten gefeiert werden - aber achten Sie zwingend auf die Anzeigepflicht Ihrer Feier bei unserer Ortspolizeibehörde. Weitere Infos hierzu finden Sie auch in dieser Ausgabe der Wadgasser Rundschau.

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Vergangene Woche hat mich einer unserer örtlichen Schiedsmänner, Horst Köhl, besucht. Der Schaffhauser Bürger ist nun seit 20 Jahren in diesem Amt tätig und zeigte sich beim Gespräch anlässlich seiner Verabschiedung in den Schiedsmann-Ruhestand als äußerst munter und als ein nach wie vor streitbarer Zeitgenosse, eine Eigenschaft, die bei dem agilen 78-Jährigen aus seinen prüfenden Augen hervorlugen. „Was ich sage, hat immer Hand und Fuß“, erläutert er einige Anekdoten aus seiner Zeit als Schiedsmann, die er aber mit der nötigen Zurückhaltung bei Namen und Betroffenen mit der Einhaltung der Schweigepflicht begründet. „Meine Devise“, sagt er, „war immer ‚schwätzen‘ miteinander und nicht übereinander“, wenn er die Schiedsmann-Zeiten revuepassieren lässt. Der gelernte Werkzeugmacher erzählte mir von einem erfüllten Arbeitsleben mit mehreren Berufsstationen, die ihn über Duisburg, die einstige Röchling‘sche Federfabrik und Tätigkeiten als Betriebsrat und beim Arbeitsschutz schließlich zum Schiedsmann in Schaffhausen führten. Seine dabei erworbene Menschenkenntnis hat ihn selten getrügt und ihm - man spürt das sofort - stets einen guten Blick auf die Probleme seiner Mitbürger gebracht. Bei der Forderung eines Mitbürgers, wegen einer Beleidigung einen Widerruf schriftlich im Amtsblatt veröffentlichen zu wollen, so Köhl lächelnd, hat er als Rat folgendes gesagt: „Dòò wääs dann jeeda, datt de’n Idiot bischt!“ Ich bin froh, dass solche Menschen wie Horst Köhl in Wadgassen-Schaffhausen ihre ehrenamtliche Aufgabe mit entsprechender Menschenkenntnis und auch mit Humor ausgefüllt haben. Dafür danke ich ihm an dieser Stelle von Herzen und wünsche ihm alles Gute, Glück und Gesundheit und weiterhin Weitblick und Witz. Einen gewaltigen Schritt in Richtung Freizeit-Normalität machen wir derzeit mit unserem Parkbad. Was vor einigen Wochen noch undenkbar gewesen wäre, ist ab 22. Juni wieder möglich: Ein Besuch im Parkbad Wadgassen. Dass dies mit einigen Auflagen verbunden sein wird, versteht sich von selbst. Sie können alle Details im Inneren dieser Ausgabe lesen. Die Öffnung war nur möglich mit umfangreichen Überlegungen zur Umsetzung der Hygiene- und Abstandsbestimmungen, die wir nun bestmöglich vorgenommen haben. Bei allen Einschränkungen sollten wir uns den Sommerspaß im Bad keinesfalls nehmen lassen. Bei diversen Bauprojekten innerhalb der Gemeinde sind wir während der letzten Wochen deutliche Schritte weitergekommen. So war es möglich für die Komplettsanierung des Marktplatzes in Friedrichweiler und des Einbaus eines Maibaumständers Fördermittel, die seitens der EU beantragt und aus verschiedenen Fördertöpfen bezuschusst wurden, einzuwerben. Wie auf den hier beigefügten Bildern zu sehen ist, kommen die Arbeiten bestens voran und werden den Friedrichweiler Marktplatz zu einem Schmuckstück werden lassen. Im Rathaus arbeiten wir ebenfalls daran, die Öffnung jetzt ohne zusätzliche Anmeldung wieder zu ermöglichen. Ein entsprechender Umbau der Rathaus-Eingangstür mit dem dafür notwendigen Schließsystem wird in den nächsten Tagen umgesetzt. Trotzdem empfiehlt es sich, bei speziellen amtlichen Erfordernissen vorab telefonisch nachzufragen, um unnötige Wartezeiten im Rathaus zu verhindern. Auch die Ortsvorsteher können wieder zu den weiter hinten angegebenen Sprechzeiten nach Terminvereinbarung besucht werden. Auch hier gilt: das Anliegen vorab telefonisch zu besprechen. Zu guter Letzt wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern, die eventuell derzeit beim Umdisponieren eines abgesagten Urlaubs, der nicht angetreten werden kann, starke Nerven. Das ist sicher bedauerlich, aber es gibt gute Alternativen. Genießen Sie bei gutem Wetter stattdessen die tollen Möglichkeiten unserer Region. Ab dieser Woche kann man z.B. auch wieder über die Grenze nach Lothringen fahren, das in nächster Nähe viele Möglichkeiten für Naherholung und Entspannung bietet. Auch unsere Reisebüros in der Gemeinde, die sehr stark durch die Corona-Absagen gelitten haben, haben tolle Alternativen im Programm und freuen sich über Ihre Unterstützung. Bei aller Euphorie in Richtung Normalität oder eingeschränkter Normalität: Bleiben Sie vorsichtig und riskieren Sie keine Infizierung.

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Herzliche Grüße

Sebastian Greiber

Bürgermeister