1. April 2020 · KW 14/2020 · zuerst erschienen: Wadgasser Rundschau 14/2020
Greibers Woche – KW 14/2020

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
für die derzeitige Pandemie kann ich Ihnen leider keine Entwarnung geben. Konkret für die Gemeinde Wadgassen heißt das: Wir haben mittlerweile 11 Infizierte Bürgerinnen und Bürger zu verzeichnen, weitere 13 Mitbürger zählen zu den Kontaktpersonen Kategorie I und befinden sich ebenfalls in angeordneter Quarantäne. Die gute Nachricht ist aber auch, dass die ersten 4 Personen zwischenzeitig die Quarantäne verlassen durften bzw. als geheilt eingestuft wurden. Bisher sind auch in der überwiegenden Anzahl „jüngere Mitbürger“ die nicht zur generellen Risikogruppe zählen betroffen.

Aber dennoch: Die Zahlen der Infizierten steigen weiter und es ist derzeit nicht absehbar, wann wir uns wieder in Richtung Normalität bewegen werden. Vielmehr sind die Vorzeichen und Tendenzen eher besorgniserregend: Mit einem weiteren starken Anstieg der Infizierten ist leider zu rechnen. Aktuell ist der Anstieg der Corona-Kurve in Deutschland mit der in Italien vergleichbar. Das bedeutet, wir stehen erst noch am Anfang der Pandemie. Von daher halte ich die ersten aufkeimenden Diskussionen um mögliche Lockerungen der Beschränkungen für verfrüht und verantwortungslos. Die Bilder und Nachrichten aus Italien oder Spanien zeigen, wie ernst die Bedrohung für die Gesundheit und das Leben sein kann.
Für Risikogruppen und insbesondere ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger kann eine Infektion einen schweren und dramatischen Krankheitsverlauf bedeuten. Und genau das wollen wir alle gemeinsam verhindern oder zumindest so hinauszögern, damit die bestmögliche medizinische Betreuung gewährt werden kann.

Damit das gelingen kann, sind es auch die ehrenamtlich tätigen Kameradinnen und Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Wadgassen, die bei aktuellen Bedarfsanfragen des Landkreises tatkräftig unterstützen. So hat eine Gruppe von vier Wadgasser Feuerwehr-Kollegen bereits am vergangenen Wochenende dabei unterstützt, Krankenbetten des ehemaligen Dillinger Krankenhauses zu einer Turnhalle des Max-Planck-Gymnasiums nach Saarlouis zu bringen, um dort ein ambulantes Lazarett zu bestücken. Die Betten wurden aus Dillingen abtransportiert, gereinigt und in der Schulturnhalle aufgestellt. Die Kameraden werden in den nächsten Tagen weitere Krankenbetten aus anderen Standorten der Umgebung aufnehmen und nach Saarlouis transportieren, um das dort entstehende Notlazarett möglichst schnell arbeitsbereit zu bekommen.
Sie sehen, die Lage ist ernst. All das bringt uns und viele Mitbürger vor große Herausforderungen und schwierige Entscheidungen. Wir werden sicher in dieser schwierigen Zeit auch nicht auf jede Frage eine direkte und konkrete Antwort haben. Alle sind bemüht ihr bestmögliches zu tun, damit wir alle diese Krise gesund überstehen.
Aber alle diese Bemühungen können nur zum Ziel führen, wenn Sie alle dies unterstützen und die derzeitigen Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen auch konsequent beherzigen. Diese werden durch die Ortspolizei und die Polizei kontrolliert.

Ich weiß, das fällt vielen schwer - mir auch: Wie gerne würde auch ich mit meiner Frau und meinen Kindern wie gewohnt zu Oma & Opa fahren. Die Kinder ihre Freunde zum Spielen treffen. Oder Freunde und Bekannte treffen, zum gemeinsamen grillen im Garten. Gerade wenn jetzt zum Wochenende das Wetter wieder besser wird. Ja, es fällt schwer, darauf zu verzichten. All das können wir aber nachholen, wenn wir gesund bleiben und unsere Freunde und Familien nicht in Gefahr bringen - also bleiben wir zu Hause. Bitte bleiben auch Sie zu Hause und bleiben Sie gesund. Herzliche Grüße
Herzliche Grüße
Sebastian Greiber
Bürgermeister