11. März 2015 · KW 11/2015 · zuerst erschienen: Wadgasser Rundschau 11/2015
Greibers Woche – KW 11/2015

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Auch die sechste Vortragsveranstaltung unserer Naturschutzbeauftragten stieß wieder auf große Zustimmung, was mich persönlich sehr freute. Im vollbesetzten Kulturhaus Hostenbach waren die „Fließgewässer“ Schwerpunktthema. Zum ersten Mal konnten unsere Naturschutzbeauftragten Ernst Kollmann und Michael Grittmann auch den saarländischen Umweltminister Reinhold Jost in ihrer Mitte begrüßen. Dieser hob in seinem Grußwort die parteiübergreifende Zusammenarbeit gerade bei einem solchen wichtigen Thema hervor, denn schließlich sei Wasser unser wichtigstes Gut. Im ersten Teil der Vortragsveranstaltung ging Michael Grittmann auf die Wichtigkeit naturnaher Fließgewässer ein. Durch Begradigungen schaffe man weniger Artenvielfalt - Eingriffe in einen natürlichen Lebensraum gelte es zu vermeiden. Heute ist es wichtiger denn je, die vorhandenen natürlichen Fließgewässer mit ihrem einzigartigen Mikrokosmos auch zu erhalten.
Ernst Kollman setzte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf die erfolgreiche Wiederansiedlung des Bibers in unserer Gemeinde. Der Biber - der auch Vegetarier ist - ist seit nahezu zwanzig Jahren bei uns wieder heimisch. Mit Wortwitz und Humor erzählte der Naturschützer von den Lebensumständen und dem daraus resultierenden Beitrag der bis zu 35 Kilogramm schweren Tiere für den Naturschutz. Durch das Stauen der Gewässer werden wichtige Biotope geschaffen, an denen sich wiederum selten gewordene Pflanzen und Vogelarten wieder ansiedeln. Bei etlichen Exkursionen mit zahlreichen Schulklassen konnte die Bevölkerung für dieses äußerst wichtige Thema bereits sensibilisiert werden.

Übrigens: Ganz aktuell werden derzeit an der Bist in Zusammenarbeit mit unserem Umwelt- und Grünflächenamt und dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz Maßnahmen durchgeführt, welche gerade die von Herrn Grittmann angesprochene Problematik aufgreifen. Durch das Versetzen von Bäumen und Baumstümpfen mittels eines Baggers werden in unmittelbarer Bachnähe wieder Grundlagen zur Förderung der Lebensraumvielfalt geschaffen. So entstehen Flachstellen und Vertiefungen für einen natürlichen Bachverlauf. Ich bin daher sehr froh, dass wir durch diese naturnahen Gewässerstrukturen und den daraus resultierenden lebendigen Fließgewässern einen sinnvollen Beitrag leisten können. Im „Kirchenweg“ im Gemeindebezirk Hostenbach besuchte ich gemeinsam mit dem stellvertretenden Ortsvorsteher Axel Martin Frau Elisabeth Filzen aus Anlass ihres einhundertsten Geburtstages.
Schon an der Haustür erwartete uns ihre Tochter Ingeburg, welche uns bei dem kurzweiligen Gespräch mit selbstgebackenem Kuchen verwöhnte. Über viele Jahrzehnte hatte die Familie Filzen in Saarbrücken ein Geschäft für Lichtpauspapier und Folien.
Älteren Hostenbacher Mitbürger/innen ist der ehemalige Schreibwarenladen in Hostenbach noch in Erinnerung, der nach dem Krieg eröffnet wurde. Das Geschäft in Saarbrücken wurde bis 1997 betrieben, erzählte mir die Tochter Ingeburg. Ein Jahr später ist der Ehegatte der Jubilarin verstorben. Der Garten und die Blumen hatten es Frau Filzen von je her angetan. Auch heute noch kümmern sich Mutter und Tochter liebevoll um das gemeinsame Anwesen.

Bei meinem Besuch wünschte ich den beiden Damen auch weiterhin eine angenehme, harmonische Zeit. Für mich persönlich war es schön anzusehen, wie ein aktives und gelebtes Miteinander auch innerhalb der Familie über viele Jahrzehnte funktionieren und andauern kann.
An diesem Dienstag wurde vor dem Rathaus wieder die tibetanische Flagge gehisst. Gemeinsam mit vielen Städten und Gemeinden habe ich mich gerne an der Solidaraktion beteiligt, um auf das Schicksal der Tibeter hinzuweisen. Zum zwanzigsten Mal bereits zeigt die TIBET INITIATIVE Flagge und bestärkt die Tibeter auf ihr Recht zur Selbstbestimmung.
Der 10. März ist der Jahrestag des Volksaufstandes von 1959, der von chinesischen Truppen blutig niedergeschlagen wurde. Allein in dem Jahr danach kamen bei Militäraktionen 87000 Tibeter ums Leben. Der Dalai Lama - ihr geistiges Oberhaupt - musste fliehen und lebt seither im Exil.

Zum Schluss möchte ich noch gerne auf die aktuelle Ausstellung von Angela Leinenbach und Werner Guthörl im Rathaus hinweisen.
Künftig werden wir - wie bereits angekündigt - unseren Künstlern neben dem Abteihof auch die Räumlichkeiten im Rathaus für Ihre Kunstwerke zur Verfügung stellen.
Herzliche Grüße
Sebastian Greiber
Bürgermeister